Karin Timmermann

Mitglied im Haushaltsausschuss und im Gesundheitsausschuss

Bezirk: Wandsbek

Kurzstreckenticket des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV)

Montag, 11.01.2010, Drucksache 19/5015

Antwort des Senats: Parlamentsdatenbank

Kleine Anfrage der Abgeordneten Karin Timmermann

Das so genannte Kurzstreckenticket des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV) kostet derzeit € 1,30 und gilt für eine Fahrt bis zur ersten Zahlgrenze. Dies hat zur Folge, dass die Fahrten je nach Einzelfall relativ teuer oder verhältnismäßig günstig sein können. Beispielsweise kostet eine Fahrt mit der U 2 vom Gänsemarkt nur bis zur nächsten Station an den Messehallen € 1,30 während man auf einer anderen Strecke, so zum Beispiel mit der U 3 von der Kellinghusenstraße zu den Landungsbrücken den gleichen Preis von nur € 1,30 für sieben Stationen zahlt.

Die Verkehrsunternehmen anderer Großstädte haben sich auf den so genannten Kurzstrecken für eine andere, der erbrachten Dienstleistung angemessenere Preisgestaltung entschieden. So kostet in Berlin eine Fahrt von nicht mehr als drei S- oder U-Bahnstationen oder sechs Stationen mit der Straßenbahn oder dem Bus € 1,30. In Stuttgart zahlt man unabhängig vom Fahrtziel für eine Fahrt bis zur 3. Haltestelle nach dem Einstieg ohne Umsteigen oder Unterbrechung nur 1 Euro. In Frankfurt zahlt man für Strecken bis zu 1 Km € 1,15, für bis zu 1,5 Km € 1,45 und für bis zu 2 Km € 1,50.


Ich frage den Senat:

1. Aus welchem konkreten Grund hat sich der Hamburger Verkehrsverbund bei seiner Preisgestaltung dagegen entschieden, die Kurzstrecke für eine maximale Anzahl von Stationen ähnlich wie in Stuttgart von maximal drei oder eine feste Streckenlänge ähnlich wie in Frankfurt zu definieren?
2. Welche maximale Strecke kann in Hamburg derzeit mit einem so genannten Kurzstreckenticket befahren werden (Bitte getrennt jeweils die Strecke mit den meisten Haltestellen sowie zusätzlich die längste Strecke mit den jeweiligen Anfangs- und Zielhaltestellen angeben?)
3. Teilt der Senat meine Auffassung, dass die diesbezügliche Preispolitik, die Definition der Kurzstrecke betreffend, im Einzelfall zu Ungerechtigkeiten führt und für die Nutzerinnen und Nutzer wenig nachvollziehbar und transparent ist?
Wenn nein, warum nicht?
4. Ist beabsichtigt, die Kurzstrecke zukünftig nach den Beispielen anderer Großstädte neu mit einer für den Nutzer einfacheren Handhabung zu definieren?
Wenn ja, inwiefern und wann wird diese Änderung in Kraft treten?
Wenn nein, warum nicht?